
Geschäft
Zur schwäbischen Jungfrau
Seit mehr als 300 Jahren handelt die „Schwäbische Jungfrau“ mit Leinen, Damast und Wäsche – ein ungewöhnlich langlebiges Stück Wiener Fachhandelskultur. Das familiengeführte Geschäft am Graben gilt als ältestes Wäscheausstattungshaus der Stadt.
Das Geschäft liegt am Graben 26 im 1. Bezirk, im Erdgeschoss eines monumentalen Wohn- und Geschäftshauses von 1874. Es führt Leinen- und Damastmeterware, Tisch- und Bettwäsche, Frottierwaren, Decken und Bademäntel. Individuelle Anfertigungen und Monogrammstickereien entstehen in einer eigenen Schneiderei im 8. Bezirk. Das Lokal ist in eine Neorenaissance-Fassade mit Rundbogenportalen und historischen Holztüren eingebunden; für seine eigene Identität sind vor allem die biedermeierzeitlichen Ladenschilder von Johann Nepomuk Mayer wichtig.
Was dieses Objekt besonders macht
Unverwechselbar ist die Verbindung aus historischem Geschäftszeichen, spezialisiertem Textilhandel und weiterhin gepflegter Maßarbeit. Die biedermeierzeitlichen Schilder von Johann Nepomuk Mayer verankern das Geschäft sichtbar in einer Tradition, die weit über die heutige Gründerzeitfassade hinausreicht.
Geschichtlicher Hintergrund
Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1720 mit einem schwäbischen Kaufmann, der am damaligen Haarmarkt Leinen- und Baumwollwaren anbot. Der Name soll auf seine drei Töchter zurückgehen. Nach mehreren Standortwechseln gelangte das Geschäft an den Graben und wurde später k.u.k. Hoflieferant. Der Firmenüberlieferung zufolge fertigte man Servietten für Kaiser Franz Joseph I. und Spitzenbettwäsche für Kaiserin Elisabeth. Johanna Vanicek übernahm die Leitung nach unterschiedlichen Quellen 1959 oder 1960. Ein schwerer Brand beschädigte 1968 die Räume am Graben; während des Wiederaufbaus wurde der Verkauf vorübergehend in die bis heute bestehende Schneiderei im 8. Bezirk verlegt.
Darauf lohnt sich ein Blick
Besonders charakteristisch sind die biedermeierzeitlichen Ladenschilder von Johann Nepomuk Mayer. Darüber hinaus lohnt sich der Zusammenhang mit dem Gebäude Graben 26–28: Rundbogenportale, maskenartige Keilsteine und historische Holztüren gehören zum Bau von 1874. Im Sortiment zeigen Meterware, Damast, Monogramme und individuelle Konfektionierung, weshalb das Haus mehr ist als ein gewöhnliches Wäschegeschäft.
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Zur schwäbischen Jungfrau, Wien
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