
Geschäftshaus
Lothringer Hof
Der Lothringerhof am Kohlmarkt verbindet eine repräsentative Fassade des späten Historismus mit einem Geschäftseingang von Adolf Loos. Das 1892 errichtete Wohn- und Geschäftshaus gehört seit seiner Entstehung zum Umfeld der Buchhandlung und des Verlags Manz.
Hinter der reichen neobarocken Fassade verbirgt sich ein bemerkenswerter Kontrast der Wiener Architekturgeschichte. Franz Kupka und Gustav Orglmeister errichteten den Lothringerhof 1892 als repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus für Manz. 1912 gestaltete Adolf Loos das zurückgesetzte Portal der Buchhandlung und ein mit Mahagoni ausgestattetes Chefzimmer. Der nüchterne, mit schwarzem Marmor gefasste Eingang setzt sich bewusst von der ornamentreichen Fassade ab.
Was dieses Objekt besonders macht
Bemerkenswert ist das unmittelbare Nebeneinander zweier Architekturauffassungen: die palaisartige neobarocke Fassade von Kupka und Orglmeister und das 1912 von Adolf Loos entworfene Geschäftsportal aus schwarzem, weiß geädertem Marmor.
Geschichtlicher Hintergrund
Der Lothringerhof wurde 1892 am Kohlmarkt 16, damals Kohlmarkt 20, für die Verlags- und Universitätsbuchhandlung Manz errichtet. Ein 1893 veröffentlichtes Wiener Bauten-Album dokumentiert das Gebäude bereits unter diesem Namen. Adolf Loos ergänzte 1912 das Portal der Buchhandlung und die Ausstattung des Chefzimmers.
Darauf lohnt sich ein Blick
Auf den tief in die Fassade gesetzten Eingang achten: Milchglas, schwarzer Marmor, vergoldete Schrift und Mahagoniholz bilden einen deutlichen Gegenpol zum historistischen Fassadenschmuck.
Hier findest du das Lothringer Hof
Kohlmarkt 16, Wien
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