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Fotografiert vom Joggel
U-Bahn-Station

Candidplatz

Am Candidplatz wurden technische Zwänge zum prägenden Entwurf: Eine tragende Stützenreihe und eine ungewöhnlich profilierte Decke treffen auf einen durchgehenden Regenbogenverlauf. Die 1997 eröffnete U1-Station gehört zu den individuell gestalteten Münchner Bahnhöfen der 1990er Jahre.
Der U-Bahnhof liegt unter der Pilgersheimer Straße in Untergiesing, im südlichen Bereich nahe der Candidbrücke des Mittleren Rings. Ein leicht gekrümmter Mittelbahnsteig wird von einer mittigen Reihe tragender Stützen gegliedert. Die hohe Erd- und Verkehrslast der querenden Brücke machte diese Stützen erforderlich. Auch die hutartig profilierte Decke hat einen funktionalen Ursprung: Ein Hauptabwasserkanal über dem Bahnhof konnte nicht verlegt werden. Der deshalb notwendige Querschnitt wurde aus Symmetriegründen auf beiden Seiten ausgeführt. Wände, Decke und Stützen verbindet ein Farbverlauf von Violett über Rot, Gelb und Grün bis Dunkelblau. Mattiertes Glas schützt die unteren Bereiche der Stützen; linienförmige Leuchten folgen der Bahnsteigkrümmung.

Was dieses Objekt besonders macht

Unverwechselbar ist die Verbindung von Ingenieurbau und Farbgestaltung. Alfons Wagner, ein gelernter Kirchenmaler, führte den Regenbogenverlauf in der Chiron-Technik aus, bei der kleinste Farbmengen in den Luftstrom eines Spritzgeräts gelangen und feine Übergänge erzeugen. Ein kleiner Schmetterling an der Wand dient als seine persönliche Signatur.

Geschichtlicher Hintergrund

Candidplatz entstand mit der Verlängerung der U1 von Kolumbusplatz nach Mangfallplatz und wurde am 9. November 1997 eröffnet. Am Bahnhof begann auch der bergmännische Tunnelvortrieb für diesen südlichen Streckenabschnitt. Rohbauplanung und Innenausbaukonzept lagen beim damaligen U-Bahn-Referat der Stadt München, die Ausführungsplanung beim Architekturbüro Egon Konrad. Namensgeber ist der in Brügge geborene Maler und Bildhauer Pieter de Witte, auch Pietro oder Peter Candid genannt, der lange am Münchner Hof arbeitete.

Darauf lohnt sich ein Blick

Der Farbverlauf zieht sich vom violetten Nordende über Rot, Gelb und Grün bis zum dunkelblauen Südende und umfasst nicht nur die Wände, sondern auch Decke und Stützen. Beachtenswert sind außerdem die statisch notwendige mittlere Stützenreihe, das Deckenprofil über dem nicht verlegbaren Abwasserkanal, die mattierten Glasverkleidungen und Wagners kleiner Schmetterling an einer Wand.

Hier findest du Candidplatz

Candid-Platz, München

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