
Haus Weinreiter
Hinter der reich gegliederten Fassade des ehemaligen Einrichtungshauses entstand in der DDR ein wichtiger Freiraum für unangepasste Kunst. Das Haus Weinreiter steht in der Neuwerkstraße 29 am Rand der Erfurter Altstadt.
Das Haus verbindet die repräsentative Architektur eines frühen Waren- und Geschäftshauses mit einer ungewöhnlichen Kunstgeschichte. Errichtet wurde es 1907 für das Einrichtungshaus Weinreiter; die Fassade ist durch zahlreiche Schmuckelemente des Jugendstils geprägt. Ab 1963 trafen sich Künstler im Dachatelier des Bildhauers Waldo Dörsch und entwickelten daraus die Erfurter Ateliergemeinschaft. Zwischen 1964 und 1974 organisierte sie hier 45 Ausstellungen nonkonformer und kritischer Kunst – weitgehend unabhängig vom offiziellen DDR-Kulturbetrieb.
Was dieses Objekt besonders macht
Das Dachatelier war Ausgangspunkt der Erfurter Ateliergemeinschaft, die mit selbst organisierten Ausstellungen einen seltenen unabhängigen Kunstraum in der DDR schuf.
Geschichtlicher Hintergrund
Das 1907 errichtete Gebäude diente ursprünglich als Einrichtungshaus Weinreiter. 1963 formierte sich hier um Waldo Dörsch, Alfred Traugott Mörstedt und weitere Künstler die Erfurter Ateliergemeinschaft; ihre Ausstellungen liefen von 1964 bis 1974. Nach längerem Leerstand wurde das Haus 2012 und 2013 umfassend saniert.
Darauf lohnt sich ein Blick
Beachtenswert sind die dekorativen Fassadenelemente des Jugendstils und die klare Gliederung des ehemaligen Geschäftshauses. Von außen ist kaum erkennbar, dass sich unter dem Dach einst ein wichtiger Treffpunkt der unabhängigen Erfurter Kunstszene befand.
Hier findest du das Haus Weinreiter
Haus Weinreiter, Eruft
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