
Thüringer Staatskanzlei
Renaissancehäuser und barocke Repräsentationsarchitektur verschmelzen hier zu einem ungewöhnlich geschlossenen Regierungssitz. Die ehemalige Kurmainzische Statthalterei beherbergt heute die Thüringer Staatskanzlei und den Dienstsitz des Ministerpräsidenten.
Die südliche Schaufassade verbindet ältere Renaissancebauten mit einem barocken Mittelrisalit und einem weiteren Flügel zu einer symmetrischen Gesamtkomposition. Maximilian von Welsch formte den Komplex zwischen 1713 und 1720 zur dreigeschossigen Vierflügelanlage um einen Innenhof. Pilaster, Reliefs, Putten und das kurmainzische Wappen betonen den repräsentativen Anspruch des Portals. Dass der Bau bis heute als Regierungssitz genutzt wird, setzt seine jahrhundertelange Verwaltungsgeschichte fort.
Was dieses Objekt besonders macht
Bemerkenswert ist die gestalterische Verbindung mehrerer Renaissancehäuser mit den barocken Ergänzungen von Maximilian von Welsch. Über dem Mittelbau verweist das Wappen des Mainzer Erzbischofs und Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn auf die einstige Landesherrschaft.
Geschichtlicher Hintergrund
Von 1699 bis 1802 residierten hier die kurmainzischen Statthalter Erfurts. Während des Erfurter Fürstenkongresses 1808 nutzte Napoleon die Statthalterei als Wohn- und Arbeitsort und empfing dort unter anderem Goethe. Später folgten preußische und weitere Verwaltungsstellen; nach einer grundlegenden Restaurierung wurde der Komplex 1995 als Thüringer Staatskanzlei übergeben.
Darauf lohnt sich ein Blick
Am Mittelrisalit lohnt der Blick auf die Putten, Reliefs und Pilaster sowie auf das kurmainzische Wappen im Hauptgesims. An der Fassade lässt sich zugleich nachvollziehen, wie ältere Renaissancebauteile in die barocke Symmetrie einbezogen wurden.
Hier findest du das Thüringer Staatskanzlei
Thüringer Staatskanzlei, Erfurt, TH, Deutschland
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