
Technisches Bauwerk
Aqueduto das Águas Livres
Die monumentale Bogenreihe über dem Alcântara-Tal ist der sichtbarste Teil eines weit verzweigten historischen Wasserversorgungssystems. Auf dem begehbaren Abschnitt verbinden sich Ingenieurbau, Stadtgeschichte und ein ungewöhnlicher Blick über Lissabon.
Seine eigentliche Größe zeigt das Aqueduto das Águas Livres nicht allein in der Bogenreihe, sondern im Zusammenspiel aus Quellen, Leitungen, unterirdischen Galerien, Brunnen und Speichern. Der Hauptstrang führte Wasser aus dem Gebiet von Belas bis zum Reservoir Mãe d’Água das Amoreiras; Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste das gesamte System rund 58 Kilometer. Besonders eindrucksvoll ist die 941 Meter lange Querung des Alcântara-Tals mit 35 gemauerten Bögen. Der heute zugängliche Abschnitt macht die Dimension des Bauwerks unmittelbar erfahrbar und eröffnet zugleich weite Blickbeziehungen über Straßen, Bahnlinien und Stadtviertel.
Was dieses Objekt besonders macht
Unter den 35 Bögen über dem Alcântara-Tal befindet sich ein 65,29 Meter hoher steinerner Spitzbogen, der als größter seiner Art gilt. Bemerkenswert ist außerdem, dass das Aquädukt das schwere Erdbeben von 1755 überstand.
Geschichtlicher Hintergrund
Das Aquäduktsystem entstand auf königliche Anordnung zwischen 1731 und 1799, um Lissabon mit Wasser aus Quellen nordwestlich der Stadt zu versorgen. Finanziert wurde der Bau unter anderem durch den „Real de Água“, eine Abgabe auf Waren wie Wein, Olivenöl und Fleisch. Seit 1910 ist die Anlage als portugiesisches Nationaldenkmal geschützt; seit den 1960er-Jahren wird ihr Wasser nicht mehr für die Trinkwasserversorgung genutzt.
Hier findest du das Aqueduto das Águas Livres
Aqueduto das Águas Livres, Lissabon, Portugal
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