
Tagebuch · Story zum Bild
Promis vor meiner Kamera
Kürzlich bin ich mal durch mein Bildarchiv durch, weil ich nach einem bestimmten Bild gesucht habe - und dabei ist mir aufgefallen, dass ich über die Jahre hinweg schon so einige Prominenz vor der Kamera hatte.
Ok, dazu muss ich natürlich auch sagen, dass ich nie von einem/einer Prominenten angefragt wurde. Die Bilder sind alle bei Konzerten oder Interviews im Zusammenhang mit meinem eigentlichen Job entstanden. Bei ein paar Fotos wusste ich gar nicht, dass ich die gemacht hatte. Es gibt aber auch drei Fotos, da erinnere ich mich noch ganz genau dran. Die haben für mich eine besondere Bedeutung.
Die Fantastischen Vier auf dem Cannstatter Wasen
Mein erstes Mal bei einem so großen Konzert inklusive Fotograben. Ich gebe es zu, es war damals nicht meine Welt, sie ist es heute nicht. Du hast diese Masse an Menschen im Rücken und du hast nur drei Songs Zeit, abzuliefern. Und eigentlich wollte ich da nicht fotografieren. Aber stelle dich deinen Dämonen. Am Ende war es dann doch super, weil die Menschen im Rücken keinen Druck ausüben, sondern die Energie auf die übergeht. Und ja, nur drei Songs Zeit: da habe ich das erste Mal gelernt, dass es besser ist, sich über die Fotos zu freuen, die man hat, als den Fotos nachzutrauern, die man nicht hat. Und das Wichtigste: Die Fantas mal bei so einem Konzert zu erleben, das war schon besonders.
Jim Kerr von den Simple Minds
Wir hatten Jim Kerr gleich zwei Mal im Interview. Beim ersten Interview hat die Moderatorin Barbara Scherrer beim Small-Talk von einer Aktion erzählt, die sie und ich im Sommer machen werden. Ich glaube, das war die Wanderung auf dem Jakobsweg von Giengen nach Konstanz. Ein paar Monate später bei einem Studiokonzert in Mannheim hatte sie Jim Kerr das zweite Mal vor dem Mikrofon. Seine erste Frage war, wie die Aktion im letzten Sommer war. Er erinnerte sich also noch an uns. Beim weiteren Small-Talk ging es dann noch darum, wen Barbara so alles schon vor dem Mikrofon hatte und wo die Interviews herausfordernd waren ... Danach war für mich klar: Never meet your idols.
Melissa Etheridge
Ich bin ja schüchtern. Und ich bin in der Disko nie auf die Tanzfläche gegangen - außer, es wurde ein Song von Melissa Etheridge gespielt. Das schränkte zum einen die Auswahl an Diskotheken etwas ein und gleichzeitig kamen die Songs auch manchmal erst relativ spät am Abend. Ok, ist jetzt nicht die Geschichte, die ich hier eigentlich erzählen wollte. Damit will ich einfach nur sagen, wie wichtig Melissa Etheridge für mich war. Sehr wichtig. Und dann fast 20 Jahre nach meiner Disko-Karriere heißt es, sie kommt in die Redaktion für ein Interview, an einem Samstag. Wer war der erste, der gesagt hat, er macht Fotos? Richtig: der Joggel. Und mein absoluter Höhepunkt war dann noch mit ihr für die Aufnahme von zwei Unplugged-Songs im Studio zu sein. Sie hat gesungen, ich habe gefilmt. Exklusiver kann man seine Stars eigentlich nicht bekommen. Für mich die Lehre daraus: Some idols are worth meeting.
Promis vor meiner Kamera
Für mich war das sehr spannend mal durch mein Fotoarchiv zu streifen und zu schauen, wer schon so alles vor meiner Kamera war. Jede Menge Promis, die ich - dank meines Jobs - bei Interviews oder Konzerten fotografieren durfte.
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