
Industriegebäude
Zacherlfabrik
Die Zacherlfabrik verbindet Industriegeschichte mit einer in Wien einzigartigen orientalisierenden Architektur. Bunte Fliesen, Kuppel und minarettartige Aufsätze machten das Fabrikgebäude zugleich zur gebauten Werbung für ein Insektenpulver aus importierten Pflanzenrohstoffen.
Wie eine kleine Moschee wirkt die Zacherlfabrik – tatsächlich entstand sie für die Herstellung des Insektenpulvers „Zacherlin“. Der ab 1888 nach einem Entwurf von Hugo von Wiedenfeld durch Karl Mayreder ausgeführte Komplex übersetzt die Herkunft und Vermarktung des Produkts in persisch-maurisch inspirierte Formen. Besonders der Verwaltungstrakt fällt mit farbigen Ornamentfliesen, Kuppel und minarettartigen Aufsätzen aus dem Wiener Industriebau des späten 19. Jahrhunderts heraus. Gerade diese Verbindung aus funktionaler Fabrik und aufwendiger Reklamearchitektur macht das denkmalgeschützte Ensemble bemerkenswert.
Was dieses Objekt besonders macht
Die orientalisierende Gestaltung war eng mit dem Produkt verbunden: Das als „Zacherlin“ vertriebene Insektenpulver wurde aus importiertem Pyrethrum hergestellt. Die Architektur diente damit nicht nur der Repräsentation, sondern machte die Herkunftserzählung der Ware unmittelbar am Fabrikgebäude sichtbar.
Geschichtlicher Hintergrund
Johann Zacherl baute im 19. Jahrhundert einen internationalen Handel mit Insektenpulver auf. Sein Sohn Johann Evangelist Zacherl ließ den Fabrikkomplex ab 1888 erweitern und in seiner charakteristischen Form ausgestalten. Nach der Stilllegung des Unternehmens im Jahr 1954 blieb die Anlage weitgehend erhalten; seit 1978 steht sie unter Denkmalschutz und wird teilweise für Ateliers, Proben und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Darauf lohnt sich ein Blick
Auffällig sind die farbig glasierten Ornamentfliesen, die Kombination aus Rundbögen und Zinnen sowie die zentrale Kuppel mit den beiden minarettartigen Aufsätzen.
Hier findest du das Zacherlfabrik
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