
Verwaltungsgebäude
Gildehaus
Die beiden Fassaden des Gildehauses verbinden Erfurter Renaissance und historistische Neorenaissance zu einem auffälligen Ensemble am Fischmarkt. Figurenfriese zeigen die fünf Sinne und vier klassische Tugenden.
Seinen besonderen Charakter gewinnt das Gildehaus aus dem Zusammenspiel zweier Epochen: Das 1584 errichtete Haus „Zum Breiten Herd“ trifft auf das rund drei Jahrhunderte jüngere Haus „Zum Stötzel“. Dessen neorenaissancezeitliche Fassade nimmt Formen des Nachbarhauses auf, bleibt in ihrer Farbgebung jedoch zurückhaltender. Allegorische Figuren und Reliefs stellen am „Breiten Herd“ die fünf Sinne, am „Stötzel“ Gerechtigkeit, Klugheit, Tapferkeit und Mäßigung dar. Seit dem Erwerb durch die Handwerkskammer im Jahr 1925 wird das verbundene Ensemble als Gildehaus bezeichnet.
Was dieses Objekt besonders macht
Bemerkenswert ist die bewusst hergestellte Verbindung von Renaissance und Neorenaissance: Der Erweiterungsbau führt den Figurenfries des „Breiten Herds“ mit Darstellungen der vier klassischen Tugenden fort.
Geschichtlicher Hintergrund
Das Haus „Zum Breiten Herd“ entstand 1584 für den Ratsmeister Heinrich von Denstedt. Das benachbarte Haus „Zum Stötzel“ wurde 1892 vollendet und baulich mit dem älteren Gebäude verbunden. Seit 1925 dient das Ensemble der Handwerkskammer Erfurt als Sitz und trägt den Namen Gildehaus. Nach einem schweren Brand am 17. Juli 2008 wurde es saniert und im Januar 2010 wiedereröffnet.
Darauf lohnt sich ein Blick
An den Fassaden lohnt sich der Vergleich der Reliefreihen: fünf Sinne am farbig gefassten Renaissancehaus und vier Tugenden am jüngeren Nachbarbau. Auch die Figuren in den Giebelzonen zeigen, wie der Neubau historische Formen aufgreift und weiterführt.
Hier findest du das Gildehaus
Gildehaus, Fischmarkt, Erfurt
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