
Tagebuch
Farewell A340-600
Wenn Kolleginnen oder Kollegen in den Ruhestand gehen, wünscht man ihnen eine gute Zeit. Aber was wünscht man eigentlich einem Flugzeug, das in Rente geht?
Im besten Fall fliegt es noch ein paar Jahre für eine andere Fluggesellschaft. Im schlimmsten Fall endet es als Ersatzteillager. Umweltfreunde dürften sich über einen Vierstrahler weniger am Himmel freuen. Flugzeugfans und Nostalgiker sind dagegen zumindest ein bisschen traurig.
Ich gehöre zu den Nostalgikern.
Denn heute verabschiedet sich mit dem letzten Passagierflug der A340-600 aus der Lufthansa-Flotte. Und kaum ein anderes Flugzeug ist für mich so eng mit New York verbunden wie der 346. Ab 2014 bin ich fast acht Jahre lang mindestens zweimal, meistens sogar dreimal im Jahr nach New York geflogen. Fast immer mit dem 346.
Besonders geliebt habe ich die Winterflüge von München nach Newark. Wenn man fast sechs Stunden lang dem Sonnenuntergang hinterherfliegt und beim Anflug von Norden an der beleuchteten Skyline von Manhattan vorbeigleitet, dann kann das Glück ziemlich perfekt sein.
Besonders geliebt habe ich die Winterflüge von München nach Newark. Wenn man fast sechs Stunden lang dem Sonnenuntergang hinterherfliegt und beim Anflug von Norden an der beleuchteten Skyline von Manhattan vorbeigleitet, dann kann das Glück ziemlich perfekt sein.
Die Rückflüge waren oft eine andere Geschichte
Ich bin nah am Wasser gebaut. Eine herzergreifende Ballade im Musical? Du willst nicht erleben, was das mit mir macht. Entsprechend dramatisch war manchmal der Abschied von New York. Ich musste meine Lieblingsstadt verlassen. Und zu oft auch meine große Liebe. Was auch dazu geführt hat, dass ich mich in einem 346 gegenüber eine Kollegin per SMS geoutet habe. An ihre Rückfrage: „Und wer ist Chris?“ erinnere ich mich heute noch. Antworten konnte ich ihr erst acht Stunden später. Eine Flugbegleiterin hatte mich dann doch noch davon überzeugt, mein Handy in den Flugmodus zu schalten.
Eifersüchtig auf den A350
Als später der A350 zur Lufthansa-Flotte kam, war ich ein bisschen eifersüchtig - auf die Passagiere, die damit nach Boston fliegen durften. Warum die und nicht ich? Bis ich selbst mit dem A350 geflogen bin und festgestellt habe: Ist halt auch nur ein Flugzeug.
Ein bisschen ist das wie beim Fotografieren.
Eine Kamera macht erst einmal nur ein Foto. Besonders wird es durch die Geschichten und Emotionen, die man damit verbindet. Und davon habe ich beim 346 einige gesammelt: Sonnenuntergänge, Glücksmomente, Abschiede, Tränen und eine SMS, die ich wohl nie vergessen werde.
Deshalb: Farewell, 346. Danke für all diese besonderen Momente.
Deshalb: Farewell, 346. Danke für all diese besonderen Momente.
NEW YORK
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