Welcome to Spätzles-Capital

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Ausweis und Boardingpass für UA152 am 15. November 2013 (Foto: Jochen Enderlin)

Für ein paar Jahre lang hat eine amerikanische Fluggesellschaft einen Direktflug zwischen Stuttgart und New York angeboten. Der Flug nach New York war immer toll. Aber der Flug von New York zurück nach Stuttgart …

Es ist schön nach hause zu kommen

So sehr ich New York liebe, so schön ist es auch immer wieder nach hause zu kommen. Bei allem was die Metropole zu bieten hat – es kann halt doch nicht das eigene Bett ersetzen. Und so sehr ich mich dann schon auch wieder auf das eigene Bett freue, das Heimkommen aus New York war in der Vergangenheit dann doch nicht immer ganz einfach.

Wie eine Vollbremsung aus voller Fahrt

Am schlimmsten war es für mich, eben mit diesem Direktflug in Stuttgart anzukommen. Wie, wenn man mit dem Auto aus voller Fahrt gegen eine Wand donnert. Man steigt in einer 8-Millionen-Einwohner-Metropole in den Flieger und steigt in Stuttgart wieder aus. Acht Stunden vorher hat noch das Leben getobt – und plötzlich tobt nur noch der Nebel.

Stuttgart = Spätzles Capital

In dieser Zeit – als es noch den direkten Flug zwischen Stuttgart und New York gab – habe ich Stuttgart Spätzles Capital getauft. Es ist nicht ganz fair Stuttgart und New York zu vergleichen, ok. Aber in Stuttgart habe ich manchmal das Gefühl, die Stadt würde sich gerne mit New York vergleichen. Während in New York die Dinge eine gewisse Selbstverständlichkeit aus sich heraus haben, wirkt es in Stuttgart oft so, als wolle man diese Selbstverständlichkeit erzwingen.

Skyline von Manhattan vs. den Nebel auf den Fildern

Zurück zum Ankommen: Fliegt man nach New York und kommt am Flughafen Newark an, dann fliegt man (manchmal) kurz vor der Landung noch an der Skyline von Manhattan vorbei. Das ist cool. Kommt man in Stuttgart an, hat man entweder Nebel oder fliegt über das Kraftwerk in Plochingen. Das ist … haja -schon auch recht. Kommt man in München an, fliegt man wenigstens manchmal ein bisschen noch an den Alpen entlang – das ist fast so toll die wie Skyline von Manhattan.

Steigt man in Newark in den Zug, hat man das Gefühl, dass man im Leben angekommen ist: es rattert quietscht und rumpelt. Steigt man in Stuttgart in die S-Bahn, steigt man in die Perfektion, die dem Leben eigentlich keinen Raum mehr lässt. Und steigt man in München in die S-Bahn – dann ist das erste was man häufig hört: „Fahrkartenkontrolle!“. Willkommen in Deutschland.

Abgemildertes Zurückkommen

Ich bin am Anfang häufig in ein tiefes Loch gefallen, als ich aus New York wieder in Stuttgart angekommen war. Mittlerweile habe ich daraus gelernt – denn mittlerweile schließe ich noch zwei oder drei Tage in einer Metropole an meinen Aufenthalt in New York an. Das mache ich oft in Wien und noch öfters in Paris.

Was am Ende bleibt ist das Fernweh

Danach freue ich mich dann auch wieder in Stuttgart zu sein – und aus Spätzles Capital wird dann doch wieder ein Stück liebenswerte Heimat. Anstatt in ein Loch zu fallen, bleibt am Ende dann nur noch die leichte Sehnsucht, bald wieder woanders zu sein.

Ich liebe New York und ich liebe es zu fotografieren. Und das sind meine Themen.

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Der Joggel

Ich liebe New York und ich liebe es zu fotografieren. Und das sind meine Themen.

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